
Spritzbeton ist das Rückgrat des modernen Tunnelbaus und wird weltweit bei Projekten nach der NATM (New Austrian Tunnelling Method) sowie bei Cut-and-Cover-Projekten eingesetzt. Im Gegensatz zu Ortbeton ist Spritzbeton extremen Bedingungen ausgesetzt: starke Aufprallkräfte während der Anwendung, unebene Untergrundgeometrie, Schwingungen durch Nutzlasten und – ganz entscheidend – Brandbelastung in Verkehrstunneln.

Polypropylen (PP)-Faser ist zu einem unverzichtbaren Zusatzstoff für Spritzbeton im Tunnelbau geworden und wirkt zwei kritischen Versagensarten entgegen:
Dieser technische Leitfaden erläutert die Funktionsweise von PP-Fasern in Spritzbeton, vergleicht die Einsatzmöglichkeiten von Mikro- und Makrofasern und enthält Rezepturdaten für Tunnelauskleidungen gemäß den Normen EN 14488, ACI 506 und den EFNARC-Richtlinien.
Spritzbeton, der auf Fels oder vorhandenen Beton aufgetragen wird, verliert unmittelbar Feuchtigkeit durch:
Ohne Fasern bilden sich innerhalb von 1 bis 6 Stunden Schrumpfrisse im Kunststoff (typischerweise 0,1–0,5 mm breit). Diese Risse:
PP-Mikrofasern mit einer Dichte von 0,6–1,0 kg/m³ Plastische Schwundrisse wirksam verhindern, indem Mikrorisse bereits im Entstehungsstadium überbrückt werden.
In Verkehrstunneln (Straßen-, Eisenbahn- und U-Bahn-Tunnel) führen Brandszenarien zu folgenden Auswirkungen:
Gegen 200–300 °C, wandelt sich das freie Wasser im Beton schneller in Wasserdampf um, als es durch das Porennetz entweichen kann. Der Dampfdruck steigt an, bis der Schutzbeton bricht explosionsartig ab — eine gewaltsame Zersplitterung, die:
PP-Mikrofasern schmelzen bei 160–165 °C, wodurch ein zusammenhängendes Porennetz entsteht, das den Austritt von Dampf ermöglicht – wodurch explosives Abplatzen selbst bei anhaltenden Temperaturen über 1.000 °C vollständig verhindert wird. Dieses Phänomen, das ausschließlich bei PP-Fasern auftritt, ist nun vorgeschrieben in den meisten weltweiten Brandschutzvorschriften für Tunnel.
| Faser-Typ | Durchmesser | Länge | Hauptfunktion | Dosierung |
|---|---|---|---|---|
| Monofil-Mikrofaser | 30–32 μm | 6–12 mm | Verhinderung von Abplatzungen, Begrenzung der plastischen Schrumpfung | 0,9–2,0 kg/m³ |
| Fibrillierte Mikrofaser | 40–60 μm | 6–19 mm | Kunststoffschrumpfung, sekundäre Verstärkung | 0,6–1,2 kg/m³ |
| Makrofaser (strukturell) | 0,3–0,8 mm | 30–60 mm | Zähigkeit nach Rissbildung, Reduzierung der Stahlfaserzugabe | 3–8 kg/m³ |
| Kombiniert (Mikro + Makro) | Gemischt | Gemischt | Gesamtes Leistungsspektrum | 1,0 + 4,0 kg/m³ |
TenaBrix PP-Fasertypen für Spritzbeton:
| Klasse | Typ | Länge | Durchmesser | Zugfestigkeit | Elastischer Modul | Empfohlene Verwendung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| PF-12M | Monofilament | 12 mm | 30–32 μm | ≥ 500 MPa | ≥ 4,5 GPa | Abplatzschutz (Feuer), Primärmischung |
| PF-6F | Fibrilliert | 6 mm | im Paket enthalten | ≥ 500 MPa | ≥ 4,5 GPa | Reduzierung der Kunststoffschrumpfung |
| PF-48MC | Makrofaser | 48 mm | 0,45 mm | ≥ 500 MPa | ≥ 4,5 GPa | Verbesserung der strukturellen Zähigkeit |
Leistung geprüft gemäß EN 1363-2 (Feuerwiderstand) und EFNARC-Prüfverfahren für Abplatzungen:
| Ballaststoffgehalt | Feuerkurve | Maximale Temperatur | Wurden Abplatzungen festgestellt? | Massenverlust (%) |
|---|---|---|---|---|
| 0 kg/m³ (Kontrolle) | ISO 834 | 900 °C | Explosiv bei 8 Min. | 18.5% |
| 0,9 kg/m³ PF-12M | ISO 834 | 900 °C | Keine | 0.8% |
| 1,8 kg/m³ PF-12M | RWS (schwer) | 1.200 °C | Keine | 1.2% |
| 2,0 kg/m³ PF-12M | RABT (Schiene) | 1.200 °C | Keine | 0.9% |
Untergrund: Spritzbeton C35/45, w/c = 0,42, OPC 52,5R, Aushärtung bei 23 °C, Alterung 90 Tage.
Bei einer Dichte von 0,9 kg/m³ TenaBrix PF-12M wird das explosive Abplatzen vollständig verhindert gemäß den Brandkurven nach ISO 834 und RABT.
| Komponente | kg/m³ |
|---|---|
| OPC 52.5R Zement | 380–420 |
| Kieselsäurestaub | 30–40 |
| Feinzuschlag (0–4 mm) | 850–950 |
| Grobkörniges Zuschlagmaterial (4–8 mm) | 350–450 |
| Wasser | 165–180 |
| PCE Fließmittel | 4–6 |
| Beschleuniger (alkalifrei) | 25–35 |
| TenaBrix PP-Faser PF-12M | 0.9–1.5 |
w/c = 0,40–0,45 | Setzmaß: 200–250 mm (nasse Mischung) | Druckfestigkeit nach 1 Tag: ≥ 12 MPa | nach 28 Tagen: ≥ 35 MPa
| Komponente | kg/m³ |
|---|---|
| OPC 52.5R Zement | 420–460 |
| Flugasche (Klasse F) | 40–60 |
| Kieselsäurestaub | 30–40 |
| Feinkorn | 800–900 |
| Wasser | 155–170 |
| PCE Fließmittel | 5-8 |
| Beschleuniger (alkalifrei) | 30–40 |
| TenaBrix PP-Faser PF-12M | 1.5–2.0 |
| Stahlfaser (mit Haken, 35 mm) | 20–30 (optional) |
Entwickelt gemäß EN 1992-1-2, Brandbeanspruchungsklasse EI120 | Restfestigkeitsklasse: EN 14487-1, Klasse B500
Bei vielen modernen Tunnelprojekten kommt ein Hybrid-Glasfasersystem um den Stahlfaseranteil zu reduzieren und gleichzeitig die strukturelle Zähigkeit zu erhalten:
| System | Stahlfaser | PP-Faser | Auswirkungen auf die Kosten | Leistung |
|---|---|---|---|---|
| Nur Stahlfasern (Referenz) | 35 kg/m³ | 0 | 100% | EN 14488 Klasse 5 |
| Stahl-PP-Hybrid | 20 kg/m³ | 2 kg/m³ PF-48MC | ~75% | EN 14488 Klasse 5 |
| Ausschließlich PP-Makrofasern | 0 | 7 kg/m³ PF-48MC | ~55% | EN 14488 Klasse 3–4 |
Der hybride Ansatz reduziert Rückgang nach einer Erholung (Stahlfasern federn zurück; PP-Fasern weisen nahezu keinen Rückprall auf) und senkt die Gesamtmaterialkosten um 20–30%.
Ein entscheidender Vorteil von PP-Fasern gegenüber Stahlfasern:
| Standard | Anforderung | TenaBrix PF-Qualität |
|---|---|---|
| EN 14487-1 (Spritzbeton) | Klassifizierung von faserverstärktem Spritzbeton | PF-12M, PF-48MC |
| EN 14488-5 (Zähigkeit) | Energieaufnahme ≥ 700 J (Klasse 5) | PF-48MC bei 6–8 kg/m³ |
| EN 1363 / EFNARC | Abplatzschutz ≥ 0,9 kg/m³ PP-Mikrofaser | PF-12M |
| ACI 506R (USA) | Faserverstärkung bei Nassmisch-Spritzbeton | PF-12M, PF-6F |
| JSCE-SF4 (Japan) | Zähigkeitsfaktor TF ≥ 30 | PF-48MC |
| IS 9012 (Indien) | Spritzbeton für Untertagebauarbeiten | PF-12M, PF-6F |
Bei der manuellen Verarbeitung bieten 60.000–100.000 cP das beste Gleichgewicht zwischen Wasserrückhaltung und Verarbeitbarkeit. Bei der maschinellen Verarbeitung mittels Sprüh- oder Pumpverfahren senken 15.000–40.000 cP den Pumpdruck und gewährleisten gleichzeitig eine ausreichende Wasserrückhaltung.
HPMC hat eine leicht verzögernde Wirkung – typischerweise verlängert es die Anfangsabbindung um 5–15%. Für eine deutliche Verzögerung (> 1 Stunde) sollten spezielle Verzögerer wie Natriumcitrat (0,03–0,10%) in Kombination mit HPMC verwendet werden.
Sie erfüllen sich gegenseitig ergänzende Funktionen. HPMC sorgt für Wasserbindung und Verdickung; Stärkeether sorgt zusätzlich für eine verbesserte Standfestigkeit, eine höhere Klebrigkeit und eine glattere Oberfläche. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn beide Stoffe in einer geringen Gesamtdosierung verwendet werden (0,30% HPMC + 0,05–0,10% Stärkeether).
Eine Überdosierung (> 0,45%) führt zu übermäßiger Viskosität, Klumpenbildung beim Mischen, verminderter Druckfestigkeit und Oberflächenfehlern wie “Pilling”. Halten Sie sich stets an den für Ihre Viskositätsklasse empfohlenen Bereich.
Ja. Die Michem MH-Serie ist sowohl mit α- als auch mit β-Halbhydrat-Gips kompatibel. Bei α-Gips (höhere Dichte, niedrigeres W/P-Verhältnis ~0,35–0,45) sollte eine etwas geringere Dosierung (0,15–0,25%) verwendet werden, um eine übermäßige Verdickung zu vermeiden.
TenaBrix® liefert PP-Monofilament-Mikrofaser und -Makrofaser an Betonhersteller, Tunnelbauunternehmen und Spritzbetonspezialisten in Indien, den Ländern des Golf-Kooperationsrats (GCC) und auf den weltweiten Märkten. Hinweis: TenaBrix® ist die exklusive Marke für Produkte aus Polypropylenfasern von michemicals.com.
📧 Anforderung von Mustern, technischen Datenblättern (TDS), Sicherheitsdatenblättern (SDS) und Unterstützung bei der Projektanwendung: 👉 Kontaktieren Sie TenaBrix unter michemicals.com/contact
Verfügbare Typen: PF-6F / PF-12M / PF-19F / PF-48MC | Verpackung: 0,9 kg/Sack, 20 kg/Karton | Mindestbestellmenge: 500 kg | FOB Qingdao
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